2.1. Holzbrand

Das Härten/Brennen im Holzfeuer ist die älteste Art der Keramikherstellung. Zunächst wurde oxidierend (unter Sauerstoffatmosphäre) in Grubenbränden gebrannt. Ab ca. 300 n.Chr entwickelten sich in Asien (Korea, China und später Japan) sogenannte Hangöfen (Anagama, Noborigama), in denen auch reduzierend (ohne Sauerstoff) gebrannt werden konnte. Mit diesen Öfen lassen sich Temperaturen bis 1400°C errreichen, was auch für die Herstellung von Hartporzellan ausreicht.

Bei holzbrand-typischen Temperaturen von ca. 1300°C sintern die meisten kommerziellen Tone vollständig zu Steinzeug (es ist eher schwieriger, Tone zu finden, die bei 1300°C formstabil genug sind). Die Holzasche wird durch die Hitze im Ofen verteilt und schmilzt ab ca. 1250°C. Diese Flugasche sorgt zusammen mit dem Flammenspiel des Feuers für die charakteristische Oberfläche von Holzbrandkeramik.

Die hohen Temperaturen in Holzöfen erleichtern die Erzeugung von einfachen aber wirkungsvollen Glasuren, da bei 1300°C viele Glasurrohstoffe bereits einzeln schmelzen und es keiner komplizierten Rezepte bedarf. Durch die Asche und eine eventuelle Salz/Sodazugabe wird die Viskosität der Schmelzen noch weiter erhöht.

Im Holzbrandblog berichten wir ausführlich über die Erprobung von Holzbrandglasuren wie z. B. Shino, Seladon, die Eisenglasuren (Temmoku, Ölfleck) und Flashing Slips (Tonengoben).

Ich brenne regelmäßig in zwei Öfen, ein Ofen hat ca. 600l Inhalt und eine Bourrybox-Feuerung, der andere Ofen hat ca. 1600l und drei normale Feuerungsöffnungen. Ein Brand dauert ca. 12 Stunden, incl. Salz und Sodazugabe. Nach 3 Tagen ist der Ofen soweit abgekühlt, daß er geöffnet werden kann.
 
Galerie Holzbrand

Galerie Holzbrand
Hier finden Sie einige Impressionen von einem Holzbrand.
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Dosen
Dosen sind die kleinen Geschwister der Teekannen, haben aber mehr Freiheitsgrade bei Dekoration und Form.
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Bonsai-Beisteller
Beistellplanzen ergänzen einen Bonsai (Shitakusa) oder sie stehen ganz für sich (Kusamono).