Teekannen-Wiki

Tee wird seit Jahrhunderten in vielen Kulturen verwendet, häufig mit religiösem oder philosophischem Kontext. Im Sinne der WabiSabi Philosophie kommt der sensorische Eindruck des Tees als zusätzlich zu harmonisierende Komponente zur Keramik hinzu. Die Form und Beschaffenheit der Teekanne, die Teeschale und der Tee sollen so aufeinander abgestimmt werden, daß ein ideales Geschmackserlebnis mit dem ästhetischen Empfinden verbunden wird. Im Folgenden sollen die verschiedenen Teearten mit den Teekannen-Typen verbunden werden.
 
Englischer Tee (schwarzer Tee) wird normalerweise nur einmal aufgebrüht und besitzt einen kräftigen Geschmack. Die Kannen benötigen eine kräftige Wand und einen ausgeprägten Fuß, um die Wärme des Tees zu speichern, da die Kannen über eine vergleichsweise längere Zeit leergetrunken werden. Die Griffe/Henkel sind weit vom Kannenkörper entfernt, um die Hand zu schützen. Der Inhalt liegt typischerweise zwischen 0,75l und 1,5l.
 
Empfehlung: Cylontee, Darjeeling, Assam, Earl Grey, Golden Broken Orange Pekoe.
 

 

Japanischer grüner Tee wird ein oder wenige Male aufgebrüht und nur wenige Minuten ziehen lassen. Die Kannen sollen einen seitlichen Griff besitzen (Rechtshänder- und Linkshänderversion), damit der Tee zwischen den Brühvorgängen vollständig entleert werden kann. Liegen die Teeblätter nicht trocken, dann lösen sich zu viele Gerbstoffe. Die Kannen brauchen keine besonders dicke Wandung, da der warme Tee nur kurze Zeit in der Kanne verbringt. Da der Tee nach dem Aufguß komplett ausgeschenkt wird, ist ein Kanneninhalt von 0,4 - 0,5l hinreichen.
 
Zwei spezielle Gefäßformen zur Teezubereitung in Japan (und China) sind Hohin und Shiboridashi Gefäße. Beim Hohin fehlt jeglicher Henkel, das Gefäß wird mit einer Hand an einem breiten Rand gefaßt, die Schnaube ist nach oben offen. Die Shiboridashi sind noch schlichter gebaut, das Teesieb ist im Gefäßrand integriert.
 
Empfehlung: Sencha (Cha ist das allgemeine japanische Wort für Tee), Bancha, Gyokura, Genmaicha (mit geröstetem Reis) und Matcha (für die Teezeremonie).
 
 
Chinesischer Tee (weißer unfermentierter Tee, grüner Tee, roter Oolongtee und schwarzer Puerh Tee) von guter Qualität werden bis zu 7 Mal aufgebrüht und bei jedem Brühvorgang etwas länger ziehen lassen. Neben Kannen mit seitlichem Griff kommen auch sehr kleine Kannen in klassischer Form zum Einsatz. Die Teekannen sollen zwischen den Brühvorgängen mit der Öffnng nach unten in einer Teeschale aufbewahrt werden. Der Kanneninhalt soll für 2 Teeschalen ausreichen und beträgt ca. 250 - 300ml.
 
 Empfehlung: Peony und Silver Needle (weiß), Dragon Well, Biluochun und Jasmintee (grün), Ti Kwun Yin, Da Hong Pao (Oolong), Puerh wird in Platten nach Jahrgang verkauft.
 
 
Eine besondere Gruppe von Tee-Utensilien sind die Teeschalen (Chawan) für eine Tee-Zeremonie. Diese Schalen unterliegen unzähligen Regeln, die zum Teil sehr praktischer Natur sind, wie etwa ein glatter Boden um den Bambusbesen nicht zu zerstören, ein hoher Fuß, damit die Schale mit einer Hand ausgewaschen werden kann, eine Winter- und Sommerform, die den Tee warm hält oder schneller abkühlen läßt. Andere Regeln sind direkt mit der Tee-Zeremonie verknüpft und können nur nachvollzogen werden, wenn man die Zeremonie kennt. Beispiel hierfür wäre eine interessante Aussenseite der Schale, die man während der Zeremonie ausgiebig bewundern soll.
  
Empfehlung: Matcha (gemahlener Grüntee).