1.1. Was ist Wabisabi?

Wabisabi beschreibt den Kern der japanischen Philosophie als ein ästhetisches Gesamtkonzept und ist stark mit dem Zenbudhismus verbunden.
Der Begriff des Wabi beschreibt die Einsamkeit, Armut, Leere aber auch den Sonnenuntergang, den Winter. Also Situationen, die bei uns Stimmungen und Gefühle der Leere, Sehnsucht und des Vermissens erzeugen.

Im Gegensatz dazu steht Sabi als Beschreibung der Reife, Patina und Schönheit, wie etwa der Borke eines alten Baumes oder das Abendrot. Hierbei wird auf keinen Fall die offensichtliche Schönheit betrachtet, die durch ihre Direktheit eher etwas Abschreckendes hat, sondern die versteckte, erahnte Schönheit.

Die Kombination aus Wabi und Sabi zeigt ihre spezielle Faszination und Ästhetik. Ein Beispiel für Wabisabi ist der rostige Teekessel mit seinen Abnutzungserscheinungen durch jahrelangen Gebrauch oder ein Sonnenuntergang im Spätherbst.
Entscheidend für die Darstellung ist die Fokussierung auf das Wesentliche, fast schon Minimalistische. In der Vorstellung soll ein individuelles Bild entstehen, angereichert mit den eigenen Gedanken und Erfahrungen. So entsteht wahres Wabisabi, welches den Betrachter jedes Mal aufs Neue bewegt, ihn gleichzeitig erfreut und Sehnsuchte erzeugt.

Das Prinzip des Wabisabi findet in allen japanischen Künsten Einsatz:

- Japanische Keramik
- Bonsai, Kusamono und Shitakusa
- Ikebana
- Teezeremonien
- Architektur und Gartengestaltung
- Poesie und Gedichte (Haiku)

 
Ich blicke zurück
meine Spuren im Schnee
wohin mein Weg wohl führt?
 
Japanische Teekannen

Japanische Teekannen
Zur japanischen Teezubereitung werden Kannen mit seitlichem Griff, Hohins und Shiboridashis verwendet
Chawans

Chawans
Teeschalen für eine Tee-Zeremonie unterliegen unzähligen Regeln, die zum Teil sehr praktischer Natur sind, teilweise aber auch der Zermonie selbst geschuldet sind.
Bonsaischalen

Bonsaischalen
Bonsaischalen stellen eine Herausforderung dar, da sie im Allgemeinen gegenüber den Bäumen in den Hintergrund treten.